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Stilbegriff und Merkmale der Neorenaissance

Die Neorenaissance oder auch Neurenaissance war eine Richtung des Historismus im 19. Jahrhundert, in der man auf die Baukunst der Renaissance zurückgegriff. Ihre Formen stammten hauptsächlich aus der deutschen Renaissance.

Die Neorenaissance hatte ihre größte Wirkung zwischen 1870 und 1890. Ihre Formen galten im strengen Historismus als vorbildlich. Dieser Stil löste dabei den romantischen Historismus ab, bei dem die subjektive Interpretation des Architekten den Stil des Gebäudes bestimmte. Propagiert wurden ihre Formen neben Gottfried Semper und anderen wichtigen Architekten der Zeit auch von Rudolf Eitelberger, dem Gründer der Wiener Kunstgewerbeschule (heute Universität für Angewandte Kunst Wien). Vor allem in Wien sind ganze Straßenzüge in den Bauformen der Neorenaissance gehalten, nicht zuletzt an der Wiener Ringstraße.

Nach der im Historismus üblichen Zuteilung bestimmter Stile für bestimmte Bauaufgaben war die Neorenaissance vor allem für Banken, Bürgerhäuser und auch Bildungseinrichtungen bestimmt.

Ungefähr zeitgleich entwickelte sich der Neobarock, der ab 1885 begann, die Hegemonie der Neorenaissance abzulösen. Ausprägung fand die Neorenaissance auch in Innenräumen, bei Kirchenausstattungen und im Möbelbau. Sie endete - mit einigen wenigen Ausnahmen bei Möbeln – um 1900.

Quelle: Wikipedia.org

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