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Der groe Lenzkirch Schaukler

Bitte haben Sie etwas Geduld beim Laden der Seite. Da Sie im Internet die Ware nicht anfassen und begutachten können, möchte ich sie Ihnen mit möglichst aussagekräftigen Texten und Bildern beschreiben. Ihre Geduld wird belohnt werden. Lesen Sie bitte die Texte aufmerksam durch, das erspart Ärger und Enttäuschung auf beiden Seiten. Beachten Sie bitte auch die AGB.

Grosser Lenzkirch Schaukler Nussbaum 01Es ist wiederholt vorgekommen, dass ich meine eigenen Texte und Fotos auf ebay entdeckt habe. Hiermit untersage ich die Benutzung und Weiterverbreitung meiner Texte und Fotos.

___beschreibung

Achtung! Sie sehen hier den von mir liebevoll restaurierten großen Schaukler. Wie die Uhr vor der Restauration ausgesehen hat, können Sie sich ansehen, wenn Sie auf das Foto links klicken!

Lenzkirch Schaukler, vor allem der große Schaukler, gehören zu den begehrtesten Uhren der Welt. Sie sind auch in Sammlerkreisen weltweit bekannt. Noch prunkvoller als der kleine Schaukler, kommt dieser große Schaukler daher. Das Gehäuse entzückt mit seinem Pomp an Dächern, Türmchen und Balustraden, angedeuteten Fenstern und Gängen, den verschwenderisch angebrachten Verzierungen aus Bronze. Im Innern läuft aber das gleiche Uhrwerk wie beim kleinen Schaukler.

Lenzkirch Schaukler wurden  in starker Limitierung hergestellt, weil sie nur für einen kleinen Käuferkreis erschwinglich waren. Das waren die wenigen Leute, die sich so etwas als Luxus leisten konnten. Betrachtet man die Gründerzeit rückblickend, lebte die Mehrheit der Bevölkerung in eher bescheidenen Verhältnissen.

Grosser Lenzkirch Schaukler Nussbaum 03Entsprechend den geringen Verkaufszahlen damals, gibt es heute nur noch sehr wenige überlebende Schaukler, die 2 Weltkriege unbeschadet überlebt haben. Ein Stammkunde suchte 16 Jahre vergeblich nach einem großen Schaukler, bis ich ihm einen besorgen und restauieren konnte.

Nach dem, was ich bisher an unverbastelten Schauklern restauriert habe, gab es es sie in mehreren Varianten. Es gab Schaukler aus Nussbaum, das war die Mehrzahl. Sehr wenige Modelle waren aus Eiche, noch weniger aus Kischbaum und ganz handverlesen waren ebonisierte Schaukler. Die schwarzen Einzelstücke waren nicht aus Ebenholz, sondern aus Birnbaum Holz, weil Birnbaum Ebenholz perfekt imitiert, wenn man es ebonisiert.

Darüber hinaus gab es verschiedene Zifferblätter und verschiedene schaukelnde Figuren, nämlich ein Junge oder ein Mädchen. Dafür, dass der Junge zum großen Schaukler, das Mädchen zum kleinen Schaukler gehörte, kann ich mich nicht verbürgen. Ich habe das auch schon umgekehrt gesehen, an Schauklern, die “unberührt” und seit Generationen in einer Familie waren. Möglicherweise sind aber auch Figuren verloren gegangen und wurden falsch nachbestellt. Die Uhren haben immerhin zwei Kriege gesehen.

Den großen Schaukler gab es wohl auch mit verschiedenen Aufsätzen. Ein Modell, das mir sehr verrusst und gleichmäßig angelaufen zur Restauration übergeben wurde, hatte auf dem Schornstein ein Storchennest, ein anderer eine Art Wetterfahne, die wie die Miniatur eines Trompeters aussah. Allerdings war sie durch die Zeit so verwittert, dass man es schwer erkennen und deuten konnte.

Grosser Lenzkirch Schaukler Nussbaum 04Ganz rar sind Schaukler mit Wandkonsole. Sie wurden mit Wandhalterung und ohne, als Tischuhr, angeboten. Ein Schaukler ohne Konsole ist also nicht unbedingt unvollständig, sondern war für die Vitrine, den Kaminsims, oder Kommode gedacht.

Egal, ob groß oder klein, mit Konsole oder ohne, mit Storch oder Wetterfahne, diese Pendulen konnte sich nur die gehobene Mittelschicht oder der vermögende Adel leisten. Für einen normalen Arbeiter, der schon für einen gewöhnlichen Regulator zwischen einem und drei Jahren hätte arbeiten müssen, wäre so etwas nicht erschwinglich gewesen. Wir reden von Zeiten, in denen sich mehrere Menschen ein Zimmer teilten, von Hinterhof Wohnungen in Großstädten, von Zeiten, in denen die Mehrheit der Bevölkerung arm war.

Auch heute gehören die Schaukler zu den Uhren der gehobenen Preisklasse, bei denen die Antiquitätenhäuser aber trotzdem sofort Käufer finden, sofern sie so etwas in die Finger bekommen. Ich rede hier nicht von verschmutzten, verbastelten, oder unvollständigen, nicht funktionierenden ebay Schnäppchen (gekauft wie gesehen, Versand- und Verlustrisiko beim Käufer, keine Rücknahme, weil bla bla ...), sondern von gut erhaltenen, gepflegten, oder sachgerecht restaurierten Antiquitäten.

Eine gut erhaltene Antiquität setzt eine lebenslange Pflege voraus. Teure Dinge wurden wertgeschätzt und geliebt, eine kostspielige Anschaffung wurde vorsichtiger behandelt als ein schlichter Gebrauchsgegenstand.

Grosser Lenzkirch Schaukler Nussbaum 05Als Gebrauchsgegenstand kann man den Schaukler nämlich wahrlich nicht bezeichnen, denn zu der Zeit gab es schon Regulatoren, die bis zu zwei Wochen, sogar viel länger, liefen. Eine nützliche Funktion, wie etwa eine Weckeinrichtung, fehlte auch.

Ein Lenzkirch Schaukler ist ein Tagläufer, einige schaffen 33 Std.. Sie mußten also täglich, entweder vom Besitzer, oder von dessen befugtem Personal aufgezogen werden. Viele Schaukler wurden aber nur aufgezogen, wenn sich Besuch angekündigt hatte und man den Salon zu dieser Gelegheit heizte und vorbereitete. Das Leben der Mittelschicht spielte sich unter der Woche in der Küche ab. Deshalb spricht man heute von kalter Pracht, wenn man an die Gründerzeitmöbel in den Salons denkt. Ungeheizte Zimmer waren leider auch ein Paradies für den gewöhnlichen Holzbock, dessen Entwicklungsstadium vor dem Ausfliegen man als Holzwurm bezeichnet.

Alle großen Schaukler wurden aus Massivholz hergestellt. Die Applikationen sind fast immer identisch, einige wenige waren detailverliebter. Vielleicht Sondermodelle. Die Gehäuse waren schwungvoll, aber gedrungen, es musten also sehr kleine Werke entworfen werden. Diese Uhrwerke wurden in kleiner Stückzahl nur für die Schaukler gebaut. Eine besondere Übersetzung und Abwandlung der Technik sorgte dafür, dass die Schaukler vor und zurück schwangen, statt nach rechts und links zu pendeln.

Grosser Lenzkirch Schaukler Nussbaum 06Diese Besonderheit entzückte die Menschen. Der kleine schaukelnde Junge oder das schaukelnde Mädchen rührte das Herz an. Aber eben auch die Herzen der Kinder, die diese Objekte „bespielten“. Da gingen dann schon mal Teile verloren, die stilisierte Kette des Schaukel wurde verbogen, oder Teile trennten sich vom Gehäuse. Auch aus diesem Grund gibt es heute nur noch wenige Schaukler, die vollkommen komplett, vollständig und funktionstüchtig sind.

Die Pflege der Werke, aber auch der Gehäuse, entscheidet über die Lebensdauer dieser reizenden Uhren. Uhrwerke bestehen aus mechanischen Rädern, sich drehenden Zapfen in Lagern, die durch die Kraft der Federspannung in Bewegung gehalten werden. Das ständige Drehen erzeugt Reibung, die durch Uhrenöl vermindert wird. Ohne Revision sterben die Werke wegen Verschleiß, davon unten mehr.

___uhrwerk

Eines vorweg, alle Lenzkirch Schaukler sind für den 24 Stunden Betrieb ausgelegt. Einige  schaffen auch 30 Std., dennoch sollte man die Uhren nicht überziehen! Beim kleinen und großen Schaukler heißt es also jeden Tag aufziehen. Dies ist dem geringen Platz für ein Uhrwerk im Gehäuse geschuldet. Das Werk mußte möglichst klein sein, lange Federn wären da kontraproduktiv gewesen.

Die Konstruktion stellt alles auf den Kopf, denn das Federhaus ist oben statt unten. Die Zähne des Federhauses greifen ohne Übersetzung direkt in den Minutentrieb, aus diesem Grund wird die Uhr links herum aufgezogen. Das Herzstück dieses kleinen Kunstwerkes ist ein solide entworfenes Vollplatinen Uhrwerk mit feinsten Zapfen für minimale Reibung, Volltrieben und einer modifizierten Hemmung mit Massivanker  (Hakenhemmung n. W. Clement).

Grosser Lenzkirch Schaukler Nussbaum 07Die technische Rafinesse dieses Werkes liegt in der Modifizierung der Hemmung, die das Pendel, in diesem Fall den Jungen auf der Schaukel, dazu bringt, vor und zurück, statt seitlich zu schwingen. Die Genauigkeit der Uhr wird, wie bei allen Pendulen, durch Verlängerung oder Verkürzung der Schwingung eingestellt. Hierzu bedient man die feinen Schräubchen, die sich unter dem Brett der Schaukel befinden, auf der der Junge sitzt.

Das gesamte Uhrwerk dieses großen Schauklers wurde in alle Einzelteile zerlegt. Dazu wurde auch die Aufzugsfeder entnommen. Alle Teile wurdenwegen des hohen Wertes der Uhr von Hand gereinigt, relevante Teile gefettet und wieder zusammen gebaut. Die Reinigung beinhaltet bei mir auch immer Zifferblatt, Lünette und Zeiger.

Die empfohlenen Wartungsintervalle richten sich nach dem Uhrentyp. Eine Uhr mit geschlossenem Gehäuse muß nicht so oft gereinigt werden, wie ein Freischwinger. Eine Revision sollte alle 8 - 10 Jahre erfolgen, bei einer Standuhr alle 10 - 15 Jahre. Meine eigenen Uhren werden alle 5 Jahre gereinigt. Unterschätzen Sie das nicht, es ist sehr wichtig. Sie geben ja auch Ihr Auto zur Inspektion. Im Gegensatz zu Uhren hat das Auto aber Ruhezeiten. Lesen Sie bitte auch hier.

Eine solche Uhr ist die Krönung Ihrer Wohnungseinrichtung. Sie kaufen bei mir nicht "die Katze im Sack". Meine Uhren werden nicht nur "in Gang gesetzt", damit sie die Gewährleistungs- oder Garantiezeit "überleben".

Grosser Lenzkirch Schaukler Nussbaum 09 ___technischedaten

Gehäuse: Nussbaum, Massivholz
Größe (L x B x T in cm): 47 x 26 x 11
Uhrwerk: Vollplatinen, Volltriebe
Schlagwerk: Nicht vorhanden
Zifferblatt: Messing, ziseliert, teilweise versilbert
Pendel: Figürlich, verstellbar
Laufdauer: 24 Std.

___ineigenersache

Der Uhrenkauf soll beiden Parteien Spaß und Freude bereiten.

Ein automobiler Scheunenfund kann weder am Straßenverkehr teilnehmen, noch wird er Schönheitspreise gewinnen. Ein Dachbodenfund wird erst dann die Zeit zuverlässig anzeigen und ein Schmuckstück Ihrer Wohnung sein, wenn er fachmännisch restauriert worden ist. Uhren, die Sie bei mir erwerben, bringen diese Qualitäten mit. Das bedeutet für Sie die Sicherheit, eine Uhr zu erwerben, die nicht nur ihre Aufgabe, die Zeit anzuzeigen, zuverlässig erfüllen wird, sondern darüber hinaus eine Wertanlage für die Zukunft darstellt.

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